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WAS BRAUCHT DER MARKT VON MORGEN?

Dr. Johannes Schmidt über die Port­folioentwicklung von INDUS Das Portfolio von INDUS soll auch in den kommenden Jahren weiter wachsen. Dabei wird sich der Querschnitt der Leistungen weiterentwickeln.

Herr Dr. Schmidt: Inwiefern hat COVID-19 den Transformationsdruck auf die Gruppe noch einmal erhöht?

Dr. Johannes Schmidt —

Ich benutze hier gerne das Bild von den Eisbergen, die knapp unter der Wasseroberfläche liegen und bei einer Absenkung des Wasserspiegels plötzlich sichtbar werden. Genauso hat die Corona-Pandemie schonungslos Schwachstellen im Portfolio offengelegt – und diesen hat sich der Vorstand gestellt. Mit unserem zur Jahresmitte 2020 initiierten Maßnahmenpaket „Zwischenspurt“ haben wir diese Schwachstellen gezielt adressiert. Und wir sind im Jahr 2020 ein großes Stück vorangekommen. Das Ziel, die Fitness unserer Beteiligungen zu stärken, die Beteiligungen schneller zu entwickeln und operativ noch besser zu werden, hatten wir ja bereits mit unserem Strategieprogramm PARKOUR formuliert. Die Corona-Pandemie hat somit als Beschleuniger bei diesem Prozess gewirkt.

Wie stellen Sie die Unternehmen darauf ein?

Schmidt —

Wir haben in der INDUS-Gruppe gerade in einer so schwierigen Phase wieder von der mittelständischen Agilität unserer Beteiligungen profitiert. Die hohe Eigenverantwortung der Unternehmen ist hier ein zentraler Schlüssel. So haben sich die Geschäftsführungen mit ihren Belegschaften sehr schnell auf die neuen Herausforderungen eingelassen und pragmatisch Lösungen gefunden, um ein höchstmögliches Maß an Sicherheit für die Beschäftigten zu schaffen – und zugleich den Betrieb der Unternehmen möglichst ungestört aufrechtzuerhalten. Von Seiten der Holding haben wir die Entwicklung der Beteiligungsunternehmen unterstützt, indem wir operative Exzellenz und Innovationen weiter gefördert haben und fördern. Durch die Sicherung der Finanzierung der Gruppe haben wir das Fundament geschaffen, damit die Unternehmen sich auch in der Krise weiterentwickeln konnten

Hat sich auch das Profil Ihrer Zielunternehmen verändert?

Schmidt —

Für die Akquisition neuer Unternehmen haben wir mit unserem Strategieprogramm PARKOUR bereits Zukunftsbranchen identifiziert, in denen wir weiter wachsen wollen. Automatisierungs-, Mess- und Regeltechnik, Bautechnik, Sicherheitstechnik, Technik für Infrastruktur und Logistik sowie die Energie- und Umwelttechnik sind Branchen, die durch die Corona-Pandemie nichts an ihrer Attraktivität und Aktualität eingebüßt haben. Und die Akquisition der Jungmann Systemtechnik GmbH & Co. KG, die wir noch 2020 festmachen konnten, passt hier hervorragend. JST ist einer der führenden Anbieter von Kontrollraumlösungen wie Produktionsleitstände für die Industrie, Schaltwarten für die Energie- und Wasserwirtschaft, IT-Leitstände für Rechenzentren oder Sicherheits- und Verkehrsleitzentralen. Damit zahlt diese Akquisition auf die Stärkung der Zukunftsbranche der Mess-, Automatisierungs- und Regeltechnik in unserem Portfolio ein.

Wenn sich die Märkte so stark verändern wie heute, erhöht sich beim Kauf auch das Risikoprofil ...

Schmidt —

Das muss nicht zwangsläufig so sein: Die Corona-Pandemie hat unter Realbedingungen zu einem Härtetest für Geschäftsmodelle geführt. Insofern hat die Pandemie quasi „unter dem Brennglas“ schonungslos die Schwächen, aber auch die Stärken von Geschäftsmodellen offengelegt. Und das ermöglicht dann eine gute Beurteilung des Risikoprofils von Zielunternehmen im M&A-Prozess. Natürlich bleibt die Unsicherheit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und die Frage, wann die Pandemie überwunden sein wird – aber Unternehmen, die die Pandemie gut bewältigen, werden dann auch ihre Chancen nutzen, wenn es gesamtwirtschaftlich wieder aufwärts geht.

Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit bei Ihren Investitionsentscheidungen?

Schmidt —

Wir haben bei INDUS schon früh begonnen, uns intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit zu befassen. Die DNA unseres Geschäftsmodells „Kaufen, halten & entwickeln“ ist ja per se nachhaltig. So haben wir im M&A-Prozess die Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung eines Zielunternehmens bereits seit einigen Jahren in der Due Diligence integriert. Aber auch bei INDUS stellen wir uns seit 2015 dem Rating durch ISS ESG (früher oekom); das hat uns 2020 erstmals die Emission eines ESG-linked Schuldscheins ermöglicht. Und in unserem jährlichen Planungsprozess haben wir dem Thema Nachhaltigkeit ein eigenes Kapitel gewidmet. Die einzelnen Beteiligungsunternehmen zeigen dabei auf, mit welchen konkreten Maßnahmen sie ihre Nachhaltigkeitsstrategie weiterentwickeln. Wir in der Holding werden Nachhaltigkeitsprojekte unserer Beteiligungen in Zukunft auch aktiv fördern: Das erfolgreiche Modell unserer Innovationsförderbank haben wir auf eine Nachhaltigkeitsförderbank übertragen. Diese Nachhaltigkeitsförderbank wird Projekte unterstützen, die die Nachhaltigkeitsleistung unserer Beteiligungen weiter verbessern.

Die INDUS-Strategie lautet „Kaufen, halten & entwickeln“. Wird sie auch in Zukunft gelten?

Schmidt —

Es ist eine Grundüberzeugung dieses Vorstands, dass „Kaufen, halten & entwickeln“ auch für die Zukunft ein solides Fundament für den Erfolg der INDUS-Gruppe darstellt. Der Verkauf von Unternehmen wird auch perspektivisch eine Ausnahme bleiben. Wir widmen unsere volle Aufmerksamkeit nach wie vor der Förderung unserer bestehenden Beteiligungen im Bereich der operativen Exzellenz und der Innovationen. Und mit unserer M&A-Strategie entwickeln wir die Gruppe in den von uns definierten Zukunftsbranchen weiter. So bieten wir unseren Stakeholdern auch in Zukunft ein spannendes Gesamtpaket.

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